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Die Bezeichnung "Leukämie"
stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Wörtern
"leukós", weiß, und "haïma",
Blut, zusammen. Umgangssprachlich oft als Blutkrebs bezeichnet,
handelt es sich nicht um eine Erkrankung des Blutes selbst,
sondern des Blut bildenden Systems. Dazu gehören das Knochenmark
und das Lymphsystem. Sie sind für die Bildung der roten
und weißen Blutkörperchen verantwortlich. Die Zellen
wachsen dort heran, bis sie reif genug sind, um in die Blutbahn
überzugehen. Leukämie entsteht, wenn der normale Reifeprozess
der weißen Blutkörperchen unterbrochen wird und unreife
weiße Blutkörperchen rasch zunehmen. Vermehren sich
diese so genannten Blasten, ohne ihre eigentliche Aufgabe, normale
Blutzellen zu bilden, zu erfüllen, kommt es zu einer Verdrängung
und verminderten Neubildung der roten und der anderen weißen
Blutkörperchen sowie der Blutplättchen.
Die akute lymphatische Leukämie (ALL) ist eine klassische
Leukämieform im Kindesalter, die vermehrt zwischen dem
zweiten und zehnten Lebensjahr auftritt. Sie macht ungefähr
80 Prozent aller Leukämien im Kindesalter aus und ist
zugleich die häufigste bösartige Kindererkrankung.
Auch Erwachsene können an ALL erkranken, vornehmlich
im Alter zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Die ALL macht
ungefähr 20 Prozent der Leukämien beim Erwachsenen
aus. Für sie charakteristisch ist die krankhafte Vermehrung
und Veränderung lymphoider Vorläuferzellen. Diese
häufen sich massiv im Knochenmark, aber auch in anderen
Organen, insbesondere in der Milz und der Leber an. Es kommt
zu Fieber, Halsschmerzen und erheblicher Abgeschlagenheit.
Unter Umständen sind auch die Hirnhäute betroffen.
Man spricht dann von einer Meningeosis leukämica, die
mit Erbrechen und Kopfschmerzen einhergeht; vielfach kommen
Knochen und Bauchschmerzen hinzu. Unbehandelt führt die
akute Leukämie meist sehr rasch innerhalb weniger Wochen
oder Monate zum Tod.
Die akute myeloische Leukämie (AML) ist die häufigste
Form einer akuten Leukämie im Erwachsenenalter. Sie
macht ungefähr 80 Prozent aller akuten Leukämien
aus und wird bei Kindern sehr viel seltener beobachtet als
bei Erwachsenen. Wie die ALL wurde auch die AML zu einer Zeit
als "akute" Erkrankung bezeichnet, als es noch
keine Möglichkeiten gab, den raschen Krankheitsverlauf
aufzuhalten. Heute erreichen die meisten Patienten eine komplette
Remission und sind somit vorübergehend krankheitsfrei.
20 bis 30 Prozent der Patienten können sogar vollständig
geheilt werden.
Quelle: www.stiftung-leukaemie.de
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